Empirische Pädagogik 2017 – 31 (4)

17,90

Bibliographische Angaben

Autoren Hanne Brandt
Melihan Cinar
Jasmin Decristan
Sascha Dibow
Aileen Edele
Ingrid Gogolin
Bettina Hannover
Ilonca Hardy
Svenja Hartwig
Madeleine Kreutzmann
Marina Lagemann
Nele McElvany
Dominique Rauch
Valentina Reitenbach
Andreas Sander
Martin Schastak
Theresa Schlitter
Kristin Schotte
Laura Trölenberg
Oliver Winkler
Lysann Zander
Band/Heft 4
Erscheinungsjahr 2017
Jahrgang 31
ISBN-13 978-3-944996-41-7
ISBN-10 3-944996-41-0
ISSN 0931-5020
Seiten ca. 160
Sprache Deutsch
Bindung Softcover

Inhaltsverzeichnis


Editorial

Nele McElvany, Andreas Sander und Svenja Hartwig
Bildung und Integration – Sprachliche Kompetenzen, soziale Beziehungen und schulbezogene
Zufriedenheit


Beiträge

Lysann Zander, Laura Trölenberg, Madeleine Kreutzmann, Sascha Dibow und Bettina Hannover
WIRwerden. Ein wissenschaftlich begleitetes Projekt zur Förderung der sozialen Integration geflüchteter Kinder durch Peer-Tandems in der Grundschule

Dominique Rauch, Jasmin Decristan, Martin Schastak und Valentina Reitenbach
Familiäre Sprachnutzung und Leseverständnis von Grundschulkindern mit türkischem Migrationshintergrund

Theresa Schlitter und Nele McElvany
Zur prädiktiven Relevanz des Alltags- und Bildungswortschatzes für die Lesekompetenz nach Textgenre
– Analysen für Lernende mit deutscher und anderer Familiensprache

Melihan Cinar und Ilonca Hardy
Impliziter Wortschatzerwerb in der Bildungssprache von Kindern mit Migrationshintergrund im
Vorschulalter

Kristin Schotte, Oliver Winkler und Aileen Edele
Die Schulzufriedenheit von Heranwachsenden mit türkischem und ohne Zuwanderungshintergrund:
Welche Rolle spielt die Kluft zwischen idealistischen und realistischen Bildungsaspirationen?

Marina Lagemann, Hanne Brandt und Ingrid Gogolin
Renditen von Investitionen in fremdsprachliche Fähigkeiten:
Eine Untersuchung von Schülerwahrnehmungen und deren Zusammenhang mit ihren Englischkenntnissen


Beschreibung der Beiträge

WIRwerden. Ein wissenschaftlich begleitetes Projekt zur Förderung der sozialen Integration geflüchteter Kinder durch Peer-Tandems in der Grundschule

Lysann Zander, Laura Trölenberg, Madeleine Kreutzmann, Sascha Dibow und Bettina Hannover

Das Programm WIRwerden bietet Schulen eine wissenschaftlich fundierte Intervention zur frühzeitigen Förderung sozialer Integration von geflüchteten Kindern bei ihrem Übergang von Willkommensklassen in den Regelunterricht. Wir nehmen das Erleben von Zugehörigkeit zum Schulkontext und das Etablieren einer dyadischen Peer-Beziehung zu einem anderen Kind ohne Fluchterfahrung “auf Augenhöhe” als zentrale Mechanismen erfolgreicher sozialer Integration an. Zur Erreichung dieser Ziele werden in Schulen dyadische Peerbeziehungen (Tandems) aus je einem Kind mit und ohne Fluchthintergrund etabliert. In insgesamt 9 von geschulten Lehramts- oder Psychologiestudierenden angeleiteten Sitzungen zu verschiedenen Themen erhalten die Kinder Anregungen für gemeinsame Aktivitäten und Gesprächsgegenstände, die ihnen helfen sollen, auch außerhalb der Gruppensitzungen in den Tandems miteinander zu interagieren. Die Sitzungen bauen auf Techniken und Inhalten auf, die in Nordamerika bereits erfolgreich für die Integration von benachteiligten Kindern eingesetzt worden sind. In diesem Aufsatz werden die Elemente der Intervention mit ihren theoretischen Hintergründen vorgestellt. Die Wirksamkeit der Intervention wird begleitend evaluiert; Ergebnisse liegen derzeit jedoch noch nicht vor.

Schlagwörter: Intervention – geflüchtete Kinder – soziale Integration – Peer-Tandems

WIRwerden. A research-based intervention program supporting the social integration of refugee children in peer-tandems in primary school

The Program WIRwerden offers schools a research-based intervention supporting the social integration of refugee children as they move from so called Welcome Classes into regular classrooms. We propose sense of belonging to the new context of the school and the formation of a dyadic peer-relation with one child brought up in the receiving country Germany to be central mechanisms of successful social integration. To achieve these goals dyadic peer-relations (tandems) are established in which a refugee child is coupled together with a student socialized in Germany. Trained prospective teachers or psychology students conduct 9 sessions with different thematic priorities in which the children are encouraged to establish common activities and identify common interests, to be pursued further within their tandem. The sessions are based on various techniques and topics that have already been successfully implemented for the integration of disadvantaged children in educational settings in North America. In this manuscript we describe the sessions and their theoretical background. While the effectiveness of the interventions will be evaluated, at present results are not yet available.

Keywords: intervention – social integration – peer-tandems – refugee children

Familiäre Sprachnutzung und Leseverständnis von Grundschulkindern mit türkischem Migrationshintergrund

Dominique Rauch, Jasmin Decristan, Martin Schastak und Valentina Reitenbach

Kinder mit türkischem Migrationshintergrund (MH) weisen schon in der Grundschule deutliche Lesedisparitäten im Vergleich zu Kindern ohne MH auf. Dies kann vor allem auf niedrigere sprachliche Kompetenzen in der Unterrichts- und Verkehrssprache (Deutsch) zurückgeführt werden. Häufig wird statt einer Testung die zu Hause gesprochene Sprache erfragt und als Proximalmaß für die Kompetenz in der Unterrichts- und Verkehrssprache verwendet. Der vorliegende Beitrag geht der Frage nach, ob sich für Kinder mit türkischem MH bereits in der Grundschule Unterschiede im Leseverständnis in Abhängigkeit von der Sprachnutzung in der Kommunikation mit verschiedenen Familienmitgliedern nachweisen lassen. Hierzu wurden im Rahmen des Projekts BiPeer 186 Kindern mit türkischem MH nach den zu Hause mit Vater, Mutter und Geschwistern gesprochenen Sprachen gefragt. Es zeigte sich, dass die Kinder mit ihren Geschwistern häufiger Deutsch sprechen als mit ihren Eltern. Lediglich wenn in der Kommunikation mit dem Vater – nicht aber mit der Mutter oder den Geschwistern – häufiger das Deutsche als das Türkische gewählt wird, findet sich ein positiver Zusammenhang mit dem Leseverständnis der Kinder. In multivariaten Regressionsanalysen ließ sich allerdings unter Kontrolle des Geschlechts, der Jahrgangsstufe, der kognitiven Fähigkeiten sowie des Deutsch-Wortschatzes kein signifikanter Zusammenhang mehr zwischen der Sprachnutzung in der Kommunikation mit dem Vater und dem Leseverständnis identifizieren. Vor diesem Hintergrund wird die gängige Praxis diskutiert, die familiäre Sprachnutzung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund als Proximalmaß für Kompetenzen in der Verkehrs- oder Unterrichtssprache zu nutzen.

Schlagwörter: Leseverständnis – Familiensprache – Migrationshintergrund – Grundschule

Family language use and reading comprehension of Turkish immigrant primary school students

Turkish immigrant students in Germany show disparities in reading comprehension from primary school onwards. This has been linked to lower language competencies in the language of school and teaching (German). Instead of testing these language competencies, the language spoken at home is often used as a proximal measure. The paper at hand tries to answer, if reading comprehension of Turkish-German bilingual primary school students varies systematically with the language spoken with different family members. Within the project BiPeer 186 students were asked which languages they use with their father, mother and siblings. When speaking to their siblings the children use German more often than in communications their parents. However, only the language with the father – not with mother or siblings – was found to be correlated positively with reading comprehension: The more German was used, the better the children understood written German texts. In multivariate regression analysis no significant effect of language spoken with the father on reading comprehension was found, when controlling for gender, grade, cognitive abilities and German vocabulary. The use of language at home as a proxy for language competencies is discussed in the light of these findings.

Keywords: reading comprehension – family language – immigrant students – primary

Zur prädiktiven Relevanz des Alltags- und Bildungswortschatzes für die Lesekompetenz nach Textgenre
– Analysen für Lernende mit deutscher und anderer Familiensprache

Theresa Schlitter und Nele McElvany

Bildungsungleichheiten von Lernenden können unter anderem substantiell durch die Familiensprache erklärt werden (Stanat, Rauch & Segeritz, 2010), wobei maßgeblich das Beherrschen der Unterrichtssprache Einfluss nimmt (z. B. Nagy & Townsend, 2012). In diesem Zusammenhang wurde für N = 107 Grundschulkinder zunächst systematisch das Vorliegen von Kompetenzunterschieden im Alltags- und Bildungswortschatz sowie in der Lesekompetenz bei Sachtexten und narrativen Texten zwischen Kindern mit deutscher bzw. mit (auch) einer anderen Familiensprache untersucht. Dabei wurden differenzielle Unterschiede beim Alltagswortschatz und in der Lesekompetenz bei narrativen Texten zu Ungunsten von Kindern mit (auch) einer anderen Familiensprache identifiziert. Weitergehende Analysen zeigten eine differenzielle prädiktive Bedeutsamkeit der Wortschatzregister für Lesekompetenz nach Textgenres bei beiden Schülergruppen sowie eine Mediation der Lesekompetenzunterschiede durch den Alltagswortschatz. Wichtige Implikationen dieser Befunde für Forschung und Praxis werden diskutiert.

Schlagwörter: Grundschule – Lesekompetenz – Migrationshintergrund – Wortschatz

On the predictive relevance of everyday and academic vocabulary for reading competence according to text genre
– analyses for learners with German and other family language

Educational disparities of learners can be substantially explained by family language (Stanat, Rauch & Segeritz, 2010), whereby the mastering of the language of instruction is essential for educational success (e.g., Nagy & Townsend, 2012). In this context existing differences in academic and everyday vocabulary as well as in reading competence pertaining to narrative and expository texts among children with German or also another family language were analyzed (N = 107 primary school children). Differential differences in everyday vocabulary and reading competences in narrative texts were identified as disadvantageous to children with another family language besides German. For both student groups extensive analyses showed a differential predictive significance of vocabulary registers for reading competence according to text genres as well as a mediation of differences in reading competence by vocabulary. Important implications of these findings for research and practice are discussed.

Keywords: migration background – primary school – reading competence – vocabulary

Impliziter Wortschatzerwerb in der Bildungssprache von Kindern mit Migrationshintergrund im
Vorschulalter

Melihan Cinar und Ilonca Hardy

Bildungssprachlicher Wortschatz stellt bereits in der Grundschule eine wichtige Voraussetzung für Bildungserfolg dar (Eckhardt, 2008). Dabei kommen impliziten lexikalischen Erwerbsprozessen eine besondere Bedeutung zu, welche deutlich durch familiäre Struktur- und Prozessvariablen beeinflusst werden und insbesondere für Kinder mit Migrationshintergrund (MH) schon im Vorschulter zu Rückständen im deutschen Wortschatz beitragen. Im Rahmen der Studie mit experimentellem Prä-Post-Testdesign wurde der ungesteuerte Wortschatzzuwachs von Kindern mit MH (N = 23) mit dem Wortschatzzuwachs von Kindern ohne MH (N = 22) verglichen. Zudem wurde untersucht, ob die implizite Wortschatzförderung durch kontextuelles Lernen aus Hörtexten bei Kindern mit MH (N = 66) zu einem kompensatorischen Effekt führt. Die Ergebnisse zeigen keine Unterschiede im ungesteuerten Wortschatzzuwachs von Kindern mit und ohne MH bei unterschiedlichen Ausgangsbedingungen, jedoch einen signifikant größeren Zuwachs der Kinder mit MH unter gesteuerten Erwerbskontexten im Vergleich zu Kindern ohne MH ohne Förderung. Als Prädiktor für den Wortschatzzuwachs zeigten sich unter Berücksichtigung familiärer und struktureller Bedingungen die lexikalischen Vorkenntnisse. Die Befunde werden hinsichtlich ihrer Bedeutung für Theorie und Praxis diskutiert.

Schlagwörter: Kinder mit Migrationshintergrund – Bildungssprache – Wortschatzerwerb – implizites Lernen

Implicit vocabulary acquisition in academic language of preschoolers with immigration background

Academic vocabulary is an important prerequisite for students’ school achievement (Eckhardt, 2008). Vocabulary acquisition is mainly an implicit process, which is influenced by familial background and process variables contributing to deficits in German vocabulary of immigrant children in preschool age. Within an experimental pre-posttest design we compared the vocabulary gains of immigrant children in informal contexts (N = 23) with children without immigrant background (N = 22). We further investigated whether implicit vocabulary training by aural texts would show a compensatory effect for immigrant children (N = 66). Our results reveal no difference in vocabulary gains in informal contexts for children with and without immigrant background with differing initial knowledge, yet significantly greater gains for immigrant children with training in comparison to children without immigrant background. Lexical knowledge was found to be a potent predictor of vocabulary gains, controlling for family and structural background. Theoretical and practical implications are discussed.

Keywords: children with immigration background – academic language – vocabulary acquisition – implicit learning

Die Schulzufriedenheit von Heranwachsenden mit türkischem und ohne Zuwanderungshintergrund:
Welche Rolle spielt die Kluft zwischen idealistischen und realistischen Bildungsaspirationen?

Kristin Schotte, Oliver Winkler und Aileen Edele

Die vorliegende Studie prüft, ob eine Diskrepanz zwischen Bildungswünschen (idealistischen Bildungsaspirationen) und erwartetem Bildungserfolg (realistischen Bildungsaspirationen) für Heranwachsende mit türkischem Zuwanderungshintergrund wahrscheinlicher ist als für Gleichaltrige ohne Zuwanderungshintergrund und ob dies mit einer geringeren Schulzufriedenheit türkeistämmiger Heranwachsender einhergeht. Die Analysen basieren auf Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS) von Neuntklässlerinnen und Neuntklässlern mit türkischem Zuwanderungshintergrund (N = 806) und ohne Zuwanderungshintergrund (N = 10 182). Logistische Regressionsanalysen zeigen, dass türkeistämmige Jugendliche erwartungsgemäß eher eine Diskrepanz zwischen den Bildungsaspirationen aufweisen als autochthone Jugendliche, was mit ihrem geringeren tatsächlichen Bildungserfolg zusammenhängt. OLS-Regressionen ergeben, dass Diskrepanzen zwischen Bildungsaspirationen auch unabhängig von Zuwanderungshintergrund und Bildungserfolg mit geringerer Schulzufriedenheit einhergehen. Unter Berücksichtigung ihrer globalen Zufriedenheit berichten türkeistämmige Heranwachsende im Vergleich zu Gleichaltrigen ohne Zuwanderungshintergrund eine etwas geringere Schulzufriedenheit. Eine Mediationsanalyse (KHB-Methode) zeigt, dass diese Unterschiede über Disparitäten im Bildungserfolg vermittelt werden, während die Diskrepanz zwischen den Bildungsaspirationen keinen zusätzlichen Erklärungsbeitrag leistet.

Schlagwörter: Bildungsaspirationen – Migration – Schulzufriedenheit – subjektives Wohlbefinden

School satisfaction in students with a Turkish immigrant background and native German students:
The role of the discrepancy between educational aspirations and expectations

This study investigates whether Turkish immigrant students are more likely to perceive a discrepancy between educational desires (aspirations) and the expected educational outcome (expectations) than their native German peers and how this potential discrepancy relates to adolescents’ school satisfaction. We analyze data from the National Educational Panel Study (NEPS) from 9th grade Turkish immigrant students (N = 806) compared to 9th grade native students (N = 10 182). As expected, logistic regression analyses indicate that Turkish immigrant students are more likely to perceive a discrepancy between aspirations and expectations compared to their native German peers. However, students’ actual academic achievement explains the differences in discrepancies between immigrant students and their native German peers. The discrepancy between aspirations and expectations is negatively associated with school satisfaction, irrespective of an immigrant background and actual academic achievement. Moreover, controlling for overall life satisfaction, OLS-regressions show a negative correlation between school satisfaction and a Turkish immigrant background. Mediation analysis (KHB) reveals that actual academic achievement mediates the group difference in school satisfaction. There are no additional discrepancy-related indirect effects of the immigrant background, though.

Keywords: educational aspirations – migration – school satisfaction – subjective well-being

Renditen von Investitionen in fremdsprachliche Fähigkeiten:
Eine Untersuchung von Schülerwahrnehmungen und deren Zusammenhang mit ihren Englischkenntnissen

Marina Lagemann, Hanne Brandt und Ingrid Gogolin

Der vorliegende Beitrag geht anhand von Daten der Studie „Mehrsprachigkeitsentwicklung im Zeitverlauf“ (MEZ) der Frage nach, wie ein- und mehrsprachige Sekundarstufenschüler (1) die Verwertbarkeit von Englischkenntnissen in Bezug auf ihre persönliche berufliche Zukunft einschätzen, (2) in welchem Zusammenhang diese Einschätzungen mit ihren Englischkenntnissen stehen und (3) ob sich Unterschiede in den Englischkenntnissen ein- und mehrsprachiger Schüler durch eine unterschiedliche Einschätzung der Relevanz von Englisch für die berufliche Zukunft erklären lassen. Die Ergebnisse zeigen systematische Unterschiede in der Einschätzung Ein- und Mehrsprachiger sowie einen schwachen, aber signifikanten Zusammenhang mit den Englischkenntnissen der Schüler. Gruppenunterschiede in den Englischkenntnissen können nicht auf die unterschiedliche Einschätzung Ein- und Mehrsprachiger in Bezug auf den Arbeitsmarktnutzen fremdsprachlicher Kenntnisse zurückgeführt werden.

Schlagwörter: Arbeitsmarkt – Mehrsprachigkeit – Bildungsübergang – ethnische Bildungsdisparitäten – Rational Choice-Theorien

Returns to investment in foreign language skills:
A study on students’ perceptions and the association with their English language skills

Based on data from the first wave of the study “Multilingual development: A longitudinal perspective” (MEZ), the present contribution addresses the question of (1) how mono- and multilingual secondary students perceive the value of English skills with regard to their personal occupational future, (2) how their perception is related to their English skills, and (3) whether differences in the English skills of mono- and multilingual students can be explained by differences in the perception of the importance of English skills for their occupational futures. The results point to systematic differences in the perception of mono- and multilinguals. The relationship between the perceived value of English skills for the students’ occupational future and their English language skills is weak, but significant. Differences in the English skills of mono- and multilinguals cannot be explained by differences in their evaluation of the value of foreign language skills in the labor market.

Keywords: labor market – multilingualism – educational transition – ethnic disparities in education – rational choice theories