Inhalt
Die Situation einer globalen Pandemie brachte im Frühjahr 2020 für Universitäten die Notwendigkeit einer kaum vorbereiteten Transition des Lehrangebots von üblichen Formaten hin zu rein digitaler Lehre mit sich. Studierende wie Lehrende wurden – in einer ohnedies belastenden Situation – mit zusätzlichen und neuen Anforderungen konfrontiert. Um die emotionale Befindlichkeit (positive und negative Aktivierung) und die Lernsituation Studierender zu untersuchen, wurde an einer deutschen Universität eine Onlinebefragung durchgeführt, an der sich 263 Lehramtsstudierende und 373 Studierende anderer Fachrichtungen beteiligten. Im Vergleich zum retrospektiv betrachteten Präsenzstudium zuvor sank im Onlinestudium die positive Aktivierung, während die negative Aktivierung anstieg, letzteres bei Lehramtsstudierenden deutlicher. Die Dynamik der verstärkt aversiven Wahrnehmung wird beeinflusst durch digitalisierungsbezogene Einstellungen. Werden digitale Lehrangebote als nützlich wahrgenommen, verringert dies ungünstige Entwicklungen der Befindlichkeit, wogegen Befürchtungen hinsichtlich digitalen Lernens diese verstärken. Dies zeigt, dass die Transition zu digitalem Lernen im Studium nicht voraussetzungslos gelingt und dass flankierende Lernangebote, die auf Einstellungsänderungen abzielen, angezeigt sind.
Schlagwörter: Covid-19 – emotionale Befindlichkeit – Lehrerbildung – Onlinestudium – Technikbereitschaft