In: Empirische Pädagogik 2026 – 40 (3):

„Sag mir, wo die Lehrer sind?“: eBook

Abbrüche im Lehramtsstudium und der „Lehrkräftetrichter“ im Zeitverlauf

5,00 € inkl. 7% MwSt.

5,00 €

Auf Lager.
  • sichere Zahlung
  • 14 Tage Widerruf

Inhalt

Der Beitrag untersucht auf Basis von N = 17 860 Studierenden die Abbruchrisiken im Lehramtsstudium im Vergleich zu anderen Studiengängen bis zum ersten Studienabschluss. Über zehn Jahre und 17 Erhebungswellen werden Ereigniszeitmodelle (Cox-Regressionen, inklusive zeitabhängiger Kovariaten) geschätzt. Studienabbruch ist als Verlassen des Hochschulsystems ohne tertiären Bildungsabschluss operationalisiert. Zentrale Kovariaten sind soziale Herkunft, Geschlecht, Alter sowie akademische und soziale Integration. Lehramtsstudierende zeigen besonders im Bachelorsegment ein geringeres Abbruchrisiko. Der Effekt ist jedoch zeitlich nicht stabil: Zu Studienbeginn stark protektiv, nimmt er über die Studiendauer ab. Klassische Prädiktoren bleiben robust: Frauen zeigen ein höheres Abbruchrisiko. Das Alter und schwächere Schulnoten erhöhen das Abbruchrisiko ebenfalls. Eine höhere soziale Herkunft (HISEI) senkt das Abbruchrisiko dagegen. Das akademische Selbstkonzept wirkt protektiv, die soziale Integration zeigt nur bedingt Eigenständigkeit. Insgesamt zeigt sich, dass Studienabbrüche den Lehrkräftemangel nur begrenzt erklären können. Zielführend sind die Stärkung akademischer Selbstwirksamkeit und Peer-Strukturen zu Studienbeginn sowie eine systematische Unterstützung späterer Übergänge in das Referendariat und den Beruf.
Schlagwörter: Lehramtsstudium – NEPS – Soziale Herkunft – Soziale Integration – Studienverlauf

Using N = 17,860 students enrolled in German higher education, this study examines dropout risks in teacher education relative to other programs up to the first degree. Over ten years and 17 measurement waves, we estimate Cox event-history models (including time-varying covariates). Dropout is defined as exiting higher education without a degree; covariates include socioeconomic and migration background, gender, age, and academic/social integration. Findings show that teacher-education students have lower dropout risks, particularly in the bachelor degree program, but the effect is time-contingent: it is strongly protective at entry and diminishes over time. Classic predictors are robust: Women and older entrants face higher dropout risks; higher social background (HISEI) reduces the risk. Among integration measures, academic self-concept is consistently protective; social integration shows only limited independence. Overall, dropouts before the first degree are unlikely to be the main driver of the teacher shortage. Policy levers include strengthening academic self-efficacy and peer structures early on and systematically supporting later transitions (teacher traineeship, entry into the profession).
Keywords: NEPS – Social Integration – Social Origin – Teacher Education – Trajectories

Bibliographische Angaben

Der Beitrag ist in folgendem Heft erschienen
Patrick Gollub, Jörg Holle und Philipp Schultes (Hrsg.)
2026

In: Empirische Pädagogik 2026 – 40 (3):

Schwund und Abbruch im Lehramtsstudium

12,90 € inkl. 7% MwSt.
Herausgeber*innenPatrick Gollub
Jörg Holle
Philipp Schultes
Autor*innenBenjamin Gröschl
Katja Scharenberg
Band/Heft3
Erscheinungsjahr2026
Jahrgang40
ISBN-13978-3-68921-013-7
ISBN-103-689210-13-5
ISSN0931-5020
DOIhttps://doi.org/10.62350/BRGF5535
Seiten234-256
SpracheDeutsch
DateiformatDRM-freies Portable Document Format (.pdf)