Pädagogische Hochschule Heidelberg - Institut für Weiterbildung (Hrsg.) (2008)

Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung (75):

Geschlechtersensible Didaktik

12,90

Bibliographische Angaben

Herausgeber Pädagogische Hochschule Heidelberg - Institut für Weiterbildung
Band/Heft 75
Erscheinungsjahr 2008
ISBN-13 978-3-937333-91-5
ISBN-10 3-937333-91-6
Seiten 94
Sprache Deutsch
Bindung Softcover

Inhaltsverzeichnis


Beiträge

Frigga Haug
Wie Zukunft gewinnen?

Bea Lundt
Die Patchwork-Familie. Eine Novität?

Christine Biermann
Mädchen- und Jungenkonferenzen als Beitrag zu einer geschlechterbewussten Pädagogik - Erfahrungen aus der Laborschule Bielefeld

Ursula Queisser
Genderforschung im Sachunterricht

Regine Oberle
Theologische Frauen- und Geschlechterforschung


Beschreibung der Beiträge

Wie Zukunft gewinnen?

Frigga Haug

Frigga Haugs Beitrag ist forschungsorientiert und fokussiert die Ergebnisse einer empirischen Umfrage über Lebensplanungen von Jugendlichen unter dem Geschlechteraspekt. Aus der 2006 veröffentlichten deutsch-österreichischen Gemeinschaftsstudie arbeitet Frigga Haug als bemerkenswert heraus, dass sich die Jungen in ihren Vorstellungen von Familie, Kinderbetreuung und Arbeitsteilung den Vorstellungen der Mädchen angenähert haben, ohne dass von beiden Geschlechtern das Kleinfamilienschema verlassen wird. Darüber hinaus wird die Kluft zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen von Zukunft und den persönlichen Lebensentwürfen von Hauptschülern und Gymnasiasten erörtert.

Schlagwörter:

Die Patchwork-Familie. Eine Novität?

Bea Lundt

Bea Lundt schlüsselt ein Thema, das über Fachkreise hinaus von Interesse ist, nämlich die Familie und ihre Geschichte, nach Gendergesichtspunkten auf. Sie fasst die Hauptmerkmale der westeuropäischen Familie im Mittelalter (Zwei-Generationen-Familie, späte Eheschließung, meist geringer Altersunterschied zwischen den Ehegatten, hohe Präsenz nicht verwandter Personen) gemäß dem derzeitigen Forschungsstand zusammen, der wesentlich davon abweicht, was noch in neueren Geschichtsschulbüchern tradiert wird. Sie sieht vom Rekurs auf die Vormoderne Impulse ausgehen, die heute konstatierte „Patchworkfamilie“ als weniger krisenhaft zu gewichten.

Schlagwörter:

Mädchen- und Jungenkonferenzen als Beitrag zu einer geschlechterbewussten Pädagogik - Erfahrungen aus der Laborschule Bielefeld

Christine Biermann

Dieser Beitrag ist eher praxisorientiert, indem es ein Projekt beschreibt und analysiert. Christine Biermann stellt geschlechtshomogene Mädchen- und Jungenkonferenzen als einen Baustein des Konzeptes einer geschlechterbewussten Pädagogik an der Laborschule Bielefeld vor. Sie sollen Lernsituationen zu geschlechtsbezogenen Fragestellungen anbieten und Möglichkeiten aufzeigen, Geschlechterverhältnisse und ihre Veränderungsmöglichkeiten zu reflektieren.

Schlagwörter:

Genderforschung im Sachunterricht

Ursula Queisser

Ursula Queisser konturiert die (interdisziplinäre) Didaktik des Sachunterrichts in der Grundschule im Hinblick auf einen geschlechtergerechten Sachunterricht. Dieser beinhaltet sowohl naturwissenschaftlich-technische als auch historisch-sozialwissenschaftliche Aspekte und bietet deshalb thematisch gesehen breite Möglichkeiten des Aufgreifens von geschlechterrelevanten Inhalten. Forschungskomponenten kommen dabei insbesondere bei der empirischen Erforschung der unterschiedlichen Interessen und Selbstkonzepte von Mädchen und Jungen zum tragen, deren Berücksichtigung zu einer geschlechtersensiblen Perspektive des Sachunterrichts beitragen können.

Schlagwörter:

Theologische Frauen- und Geschlechterforschung

Regine Oberle

Regine Oberle füllt den Terminus „geschlechtergerechte Religionspädagogik und -didaktik“ mit Fragen darüber, welche Wirkungen die heute noch übliche geschlechtsspezifische religiöse Sozialisation von Mädchen und Jungen zeigt, wie die Konstruktion des Geschlechts religionspädagogisches Handeln prägt oder welche Rolle die Genderperspektive in den verschiedenen Phasen der Religionslehrerausbildung einnehmen soll. Sie umreißt die Religionspädagogik als eine Disziplin, die in enger Auseinandersetzung mit der theologischen Frauen- und Geschlechterforschung und der Amtskirche eigenständige Antworten zur Frage der Geschlechtergerechtigkeit sucht.

Schlagwörter: