Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung

Die Zeitschrift Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung hat zum Ziel, Beiträge zu veröffentlichen, die Menschen in pädagogischen Handlungsfeldern neue Impulse für ihre eigene Professionalisierung anbieten. Dabei werden aktuelle Frage- und Problemstellungen der Pädagogik, Psychologie und didaktische Themen diskutiert. Für Lehrerinnen und Lehrer bietet die Zeitschrift Anregungen für ihr Handeln im Unterricht und im schulischen Kontext.
 

 



Die Zeitschrift beinhaltet folgende Rubriken:

Wissenschaftliche Beiträge
Berichte aus der Praxis
Buchempfehlungen
Weiterbildungsangebote

Perspektiven erscheint zweimal jährlich als Themenheft. Der Umfang beträgt 80 Seiten. Die Zeitschrift wurde erstmals 1971 verlegt und unter dem Titel Informationsschrift zur Lehrerbildung, Lehrerfortbildung und pädagogischen Weiterbildung publiziert.

ISSN: 1861-2369
Das Heft erscheint jeweils im Januar und im August.
Der Preis für das Jahresabonnement beträgt € 16,90, zzgl. Versandkosten.
Ein Einzelheft ist für € 12,90 (zzgl. Versandkosten) erhältlich.


Bisher erschienene Themenhefte:

Perspektiven, Themenheft 75, Geschlechtersensible Didaktik

Perspektiven, Themenheft 74, Aspekte zur Elementarbildung II

Perspektiven, Themenheft 73, Aspekte zur Elementarbildung I

Perspektiven, Themenheft 72, Evaluation von Schule und Unterricht

Perspektiven, Themenheft 71, Bildungsstandards durchdacht

Perspektiven, Themenheft 70, Lernen in Projekten

Perspektiven, Themenheft 69, Überlegungen zur Pädagogischen Diagnostik.




Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2008):
Geschlechtersensible Didaktik

(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2008, 75, Themenheft)
ISBN 978-3-937333-91-5, 94 S., € 12,90

 


Wissenschaftliche Beiträge

Frigga Haug
Wie Zukunft gewinnen?
Frigga Haugs Beitrag ist forschungsorientiert und fokussiert die Ergebnisse einer empirischen Umfrage über Lebensplanungen von Jugendlichen unter dem Geschlechteraspekt. Aus der 2006 veröffentlichen deutsch-österreichischen Gemeinschaftsstudie arbeitet Frigga Haug als bemerkenswert heraus, dass sich die Jungen in ihren Vorstellungen von Familie, Kinderbetreuung und Arbeitsteilung den Vorstellungen der Mädchen angenähert haben, ohne dass von beiden Geschlechtern das Kleinfamilienschema verlassen wird. Darüber hinaus wird die Kluft zwischen den unterschiedlichen Vorstellungen von Zukunft und den persönlichen Lebensentwürfe von Hauptschüler und Gymnasiasten erörtert.
Schlagwörter: Lebensplanung – Wahrnehmungsform – Zukunftsbilder der Schuljugend

Bea Lundt
Die Patchwork-Familie. Eine Novität?
Bea Lundt schlüsselt ein Thema, das über Fachkreise hinaus von Interesse ist, nämlich die Familie und ihre Geschichte, nach Gendergesichtspunkten auf. Sie fasst die Hauptmerkmale der westeuropäischen Familie im Mittelalter (Zwei-Generationen-Familie, späte Eheschließung, meist geringer Altersunterschied zwischen den Ehegatten, hohe Präsenz nicht verwandter Personen) gemäß dem derzeitigen Forschungsstand zusammen, der wesentlich davon abweicht, was noch in neueren Geschichtsschulbüchern tradiert wird. Sie sieht vom Rekurs auf die Vormoderne Impulse ausgehen, die heute konstatierte „Patchworkfamilie“ als weniger krisenhaft zu gewichten.
Schlagwörter: Patchwork-Familie – Familiengeschichte - Rollenverständnis

Christine Biermann
Mädchen- und Jungenkonferenzen als Beitrag zu einer geschlechterbewussten Pädagogik - Erfahrungen aus der Laborschule Bielefeld
Dieser Beitrag ist eher praxisorientiert, indem es ein Projekt beschreibt und analysiert. Christine Biermann stellt geschlechtshomogene Mädchen- und Jungenkonferenzen als einen Baustein des Konzeptes einer geschlechterbewussten Pädagogik an der Laborschule Bielefeld vor. Sie sollen Lernsituationen zu geschlechtsbezogenen Fragestellungen anbieten und Möglichkeiten aufzeigen, Geschlechterverhältnisse und ihre Veränderungsmöglichkeiten zu reflektieren.
Schlagwörter: Koedukation – geschlechterbewusste Pädagogik - Praxisbeispiele

Ursula Queisser
Genderforschung im Sachunterricht
Ursula Queisser konturiert die (interdisziplinäre) Didaktik des Sachunterrichts in der Grundschule im Hinblick auf einen geschlechtergerechten Sachunterricht. Dieser beinhaltet sowohl naturwissenschaftlich-technische als auch historisch-sozialwissenschaftliche Aspekte und bietet deshalb thematisch gesehen breite Möglichkeiten des Aufgreifens von geschlechterrelevanten Inhalten. Forschungskomponenten kommen dabei insbesondere bei der empirischen Erforschung der unterschiedlichen Interessen und Selbstkonzepte von Mädchen und Jungen zu tragen, deren Berücksichtigung zu einer geschlechtersensiblen Perspektive des Sachunterrichts beitragen können.
Schlagwörter: Gender im Bildungsplan – Ziele eines geschlechtergerechten Sachunterricht

Regine Oberle
Theologische Frauen- und Geschlechterforschung
Regine Oberle füllt den Terminus „geschlechtergerechte Religionspädagogik und -didaktik“ mit Fragen darüber, welche Wirkungen die heute noch übliche geschlechtsspezifische religiöse Sozialisation von Mädchen und Jungen zeigt, wie die Konstruktion des Geschlechts religionspädagogisches Handeln prägt oder welche Rolle die Genderperspektive in den verschiedenen Phasen der Religionslehrerausbildung einnehmen soll. Sie umreißt die Religionspädagogik als eine Disziplin, die in enger Auseinandersetzung mit der theologischen Frauen- und Geschlechterforschung und der Amtskirche eigenständige Antworten zur Frage der Geschlechtergerechtigkeit sucht.
Schlagwörter: feministische Theologie – Wirkungsbereiche – geschlechtergerechte Religionsdidaktik


Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2008):
Aspekte zur Elementarbildung II

(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2008, 74, Themenheft)
ISBN 978-3-937333-70-0, 80 S., € 12,90

 


Wissenschaftliche Beiträge


Klaus Sarimski
Kooperation von Kindertageseinrichtungen mit Frühförderstellen bei der Unterstützung von Kindern mit sonderpädagogischen Förderbedarf
Klaus Sarimski beschreibt in seinem Artikel die Auswirkungen von integrativen Kindertageseinrichtungen auf die Entwicklung dieser Kinder. Im Mittelpunkt seines Beitrags stehen die Auswirkungen einer integrativen Förderung bei Kindern mit Beeinträchtigungen unterschiedlichen Grades im Bereich Sinnes- und Sprachbehinderung, sowie Körperbehinderungen. Er stellt Forschungsergebnisse vor und beschreibt die positiven Wirkungen wie auch Problem bei der sozialen Integration.

Ursula Horsch, Julia Roth & Andrea Scheele
Bildung- von Anfang an!
In diesem Beitrag werden forschungsbasierte Ergebnisse aus ihrem Projekt „Dialogische Entwicklung bei Säuglingen“ vorgestellt. Ausgehen von der Tatsache, dass Eltern vom ersten Lebenstag an mit ihrem Kind in einem intensiven dialogischen Kontakt treten, beschreiben sie die unterschiedlichen Ausprägungen des dialogischen Verhaltens der Eltern sowie die Auswirkungen daraus auf das Kind.

Hans-Bernhard Petermann
Denk mal ! – Anmerkungen zum Philosophieren in der Elementarbildung
Die Arbeit von Hans-Bernhard Petermann ordnet den Bereich „Denken“ in die Bewegung des Philosophierens mit Kindern ein und liefert Anregungen zur Konkretisierung mit Kindergartenkindern.

Monika Zimmermann & Manuela Welzel
Reflexionskompetenz – ein Schlüssel zur naturwissenschaftlichen Frühförderkompetenz (NFFK)
Monika Zimmermann und Manuela Welzel stellen ein von ihnen entwickeltes Konstrukt zur Reflexionskompetenz von Erzieherinnen und Erzieher im Bereich der naturwissenschaftlichen Frühförderung vor.

Kathleen Panitz
Spielverhalten von Kindern in Kindertagesstätten
Kathleen Panitz beschreibt in ihrem Artikel wie Kinder in ihrer ganzheitlichen Entwicklung unterstützt und Raum für vielfältige Lern- und Bildungsprozesse geboten werden können.

Anita Köhler
Projekt NATUR PUR
Im Rahmen des NATUR PUR Projektes beschreibt Anita Köhler die Entwicklung eines Konzepts zur naturpädagogischen Bildungsarbeit in Kindertagesstätten in Ludwigshafen mit den Schwerpunkten: Weiterbildung der Lita-Fachkräfte, sowie naturnahe Umgestaltung der Kita-Außengelände und schildert ihre Erfahrungen aus der Projektarbeit.


Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2007):
Aspekte zur Elementarbildung I

(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2007, 73, Themenheft)
ISBN-13: 978-3-937333-52-6, 80 S., Euro 12,90.

 


Wissenschaftliche Beiträge

Rolf Göppel
10 Thesen zur Elementarbildung nach PISA
Der Beitrag zeichnet die aktuellen Tendenzen im Bereich der Elementarbildung nach, in welchem es seit PISA eine spürbare Umbruchssituation gibt. Dabei wird sowohl auf die veränderten Begrifflichkeiten, als auch auf die heterogene Gemengelage von Motiven, die bei den Forderungen nach Veränderungen in diesem Bereich eine Rolle spielen, als auch auf die übergreifenden Trends zur Effektivierung, Standardisierung, Funktionalisierung und Ökonomisierung im Bildungssektor eingegangen. So sehr es einerseits wünschenswert erscheint, wenn unter dem Motto „Stärkung des Bildungsauftrages des Kindergartens“ derzeit vielerlei Ideen und Konzepte entwickelt werden um die Qualität der Arbeit im Kindergarten zu verbessern, um die den Kindern dort präsentierten pädagogischen Angebote vielfältiger, spannender, herausfordernder zu machen, so sehr muss doch andererseits darauf geachtet werden, dass es nicht unter der Hand zu einer massiven Verschulung des Kindergartens kommt. Deshalb wird zum Schluss an die partiell ähnlich gelagerte Debatte zur „Nutzung der Bildungs­ressourcen in früher Kindheit“, die in der Bildungsreformbewegung der 60er und 70er Jahre geführt wurde, sowie an problematische elementarpädagogische Irrwege, die damals eingeschlagen wurden, erinnert.
Schlagwörter: Elementarbildung – Motive – Wurzeln der Kleinkinderziehung – Entwicklungsfenster

Monika Zimmermann & Manuela Welzel
NFFK
Ein Verfahren zur Erfassung und Förderung von naturwissenschaftlicher Frühförderkompetenz.
Im vorliegenden Beitrag werden die Entwicklung und Nutzung eines Inventars zur Erfassung von naturwissenschaftlicher Frühförderkompetenz (NFFK) und erste Forschungsergebnisse beschrieben. Das Verfahren gliedert sich grob in drei Teilbereiche: (1) „Selbstkompetenz“, (2) „Handlungskompetenz“ und (3) „Reflexionskompetenz“. Jeder Teilbereich wird durch mehrere Einzelskalen und Instrumente abgebildet, die auf eine Kombination quantitativer und qualitativer Daten abzielen. Die Untergliederung ist sowohl theoretisch vielfältig fundiert als auch empirisch abgesichert. Das Inventar wurde nach verschiedenen Pilotuntersuchungen und zum Teil jahrelanger Praxiserprobung im Rahmen einer Stichprobe von 27 Erzieherinnen eingesetzt. Die Ergebnisse zeigen eine gut interpretierbare, konstruktvalidierte Faktorenstruktur.
Das Verfahren ist in erster Linie zur Anwendung bei ausgebildeten Erzieherinnen vorgesehen, kann aber auch bei angehenden Erzieherinnen oder anderen verwandten Berufsgruppen leicht modifiziert eingesetzt werden. Ziel ist eine Prozess begleitende Beschreibung, Analyse und Förderung der NFFK. Qualitative Analysen der zahlreichen Reflexionsgespräche ermöglichen viel versprechende Erkenntnisse über Prozesse der Kompetenzentwicklung. Es hat sich als besonders fruchtbar für eine nachhaltige Professionalisierung erwiesen, die eigenen beruflichen Erfahrungen Prozess begleitend videogestützt in Tandemgesprächen zu reflektieren. Hier wird die Fähigkeit der Erzieherinnen geschärft, ihre eigene Praxis selbständig zu überdenken und stetig zu verbessern. Zyklen aus Handlung, kritischer Reflexion, Diskussion und erneutem Ausprobieren erreichen immer höhere Kompetenzniveaus.
Schlagwörter: Selbst- und Fremdeinschätzung – Kompetenzentwicklung – Selbst-, Handlungs-, Reflexionskompetenz – Handlungsmerkmale – konstruktive Kritikfähigkeit – Lösungsorientierung – Prozessreflexion – Verbesserungszyklus

Andrea Einig
Mathematische Kompetenzen im Kindergarten
In allen Bundesländern werden Anstrengungen unternommen, den Bildungsauftrag des Kindergartens zu stärken. In diesem Zusammenhang wurde in Baden-Württemberg der „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden-württembergischen Kindergärten“ erstellt. Auch im mathematischen Bereich sollen die Kinder gefördert werden, hierzu finden sich im Orientierungsplan einige Fragestellungen und Denkanstöße. Allerdings gibt es national wie international noch erheblichen Forschungsbedarf bezüglich der Entwicklung der mathematischen Kompetenzen im frühen Kindergartenalter. Diese Lücke will das skizzierte Forschungsprojekt schließen und in einer qualitativen Längsschnittstudie die mathematische Entwicklung der Kinder ab 3½ Jahre über einen Zeitraum von 12 Monaten in Form von Fallstudien dokumentieren.
Das Projekt Zahlbegriffsentwicklung im frühen Kindesalter - eine Fallstudie zur Entwicklung des mathematischen Denkens bei 3- bis 4-jährigen Kindern ist ein Projekt im Programm Bildungsforschung der Landesstiftung Baden-Württemberg. Ziel des Programms „Bildungsforschung“ ist es, die Grundlagenforschung zu Bildungsfragen, Bildungsprozessen und „Bildungsergebnissen“ in Baden-Württemberg zu stärken.
Schlagwörter: Bildungs- und Entwicklungsfenster – Denken – Zählentwicklung

Jeanette Roos & Hermann Schöler
„QUASI Heidelberg“ – Qualitätssicherung und Qualitätsentwicklung in Heidelberger Kindertageseinrichtungen. Eine Projektbeschreibung
Die vorliegende Projektbeschreibung, „QUASI Heidelberg“, schildert, ausgehend vom „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für Baden Württembergische Kindergärten 2006“, wie den Anforderungen nach sozialer, emotional-motivationaler, körperlicher, sprachlicher und kognitiver Entwicklung von Kindern angemessen und nachhaltig sowie für Kinder in adäquater Weise umgesetzt werden können.
Ausgehend vom Orientierungsplan bleibt es den Trägern und Einrichtungen selbst überlassen in welcher Form Fort- und Weiterbildung von Erzieherinnen und Erzieher, als auch die Rahmenbedingungen unter denen dieser Veränderungsprozess durchlaufen werden soll, geplant werden.
Das Projekt QUASI Heidelberg trägt dazu bei, die Umsetzung des Orientierungsplans in Heidelberger Kindertageseinrichtungen zu erleichtern. Alle Heidelberger Träger und Einrichtungen arbeiten an einem einheitliches Konzept und Curriculum für Fortbildung, Erprobung und Umsetzung und entwickelten außerdem die Fortbildungsmaßnahmen. Die Individualität der einzelnen Einrichtungen ist gewährleistet, vergleichbare Qualitätskriterien, Qualitätssicherungs- und -entwicklungsmaßnahmen wurden erarbeitet.
Schlagwörter: Bildungs- und Entwicklungsfelder, Umsetzungsstrategien, Fortbildungsorganisation


Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2007):
Evaluation von Schule und Unterricht
(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2007, 72, Themenheft)
ISBN-13: 978-3-937333-51-9, 80 S., Euro 12,90.

 

 


Wissenschaftliche Beiträge

Udo Ebert:
Selbstevaluation im Rahmen der Qualitätssicherung an Baden-Württembergs Schulen
Udo Ebert beschreibt die Weiterentwicklung der Qualität an Baden-Württembergs Schulen, die mit der Veränderung folgender Rahmenbedingungen eingeleitet wurde: weniger staatliche Vorgaben, mehr Freiräume, Akzentverlagerung von der Input- zur Outputsteuerung und Betonung der pädagogischen Erstverantwortung der Schule. Mit der erweiterten Eigenständigkeit ist ein höheres Maß an Qualitätsverantwortung vor Ort verbunden. Um diesen Prozess erfolgreich meistern zu können, erhalten die Schulen einen Orientierungsrahmen und unterschiedliche Unterstützungssysteme, die näher ausgeführt werden.
Schlagwörter: Qualitätsbereiche/-entwicklung – Selbstevaluation – Schulportfolio

Alexander Robitzsch, Katrin Böhme, Henrik Winkelmann & Dietlinde Granzer:
Bildungsstandards und Evaluation. Ein Weg zur Professionalisierung?
Im zweiten Artikel zeigen Dietlinde Granzer und ihr Team auf, dass eine erwünschte Bildungsqualität nicht ausschließlich durch Inputsteuerung erreicht werden kann. Die Kultusministerkonferenz hat 2003/2004 einen Paradigmenwechsel eingeleitet, der mehr Eigenständigkeit für die Schulen, einen auf Standards ausgerichteten Unterricht sowie Evaluation des Outcomes mit sich bringen soll. Durch Standards und Evaluation soll zudem eine Qualitätssicherung und -entwicklung gewährleistet werden, eine Position, die nach wie vor gegensätzlich diskutiert wird. Es werden die Funktionen und Intentionen der Bildungsstandards erläutert und aufgezeigt, welche Evaluationsmaßnahmen derzeit auf Länder- und auf Bundesebene durchgeführt bzw. geplant werden. Anschließend wird diskutiert, unter welchen Bedingungen die Evaluation Unterrichtsentwicklung positiv beeinflussen kann.
Schlagwörter: Bildungsqualität – Bildungsstandards – Bildungsmonitoring – Kompetenzmodelle – Lernstandserhebungen – Evaluation – Evaluationsinstrumente

Lars Balzer:
Evaluation und Forschung
Lars Balzer geht der Frage auf den Grund, was Evaluation ist und was nicht. Dabei wird Evaluation vom wissenschaftlichen Begriff in den Bereichen Ziele, Fragestellungen und Untersuchungsgegenstände, Rollen, Urteilskriterien und Bewertung, Methoden, Zeitperspektive, Empfänger von Ergebnissen, Veröffentlichungen sowie Ergebnisnutzung abgegrenzt.
Schlagwörter: Evaluationsgegenstand, -definition, -methoden, -durchführung, -zweck, -ziele, -ergebnisnutzung

Jürgen Ripper:
Qualitätszentrierte Schulentwicklung - Ein Verfahren aus der Praxis
Nina Meyer und Jürgen Ripper stellen das Verfahren der qualitätszentrierten Schulentwicklung (QZS) vor, das ein Rahmenkonzept für die erfolgreiche und nachhaltige Gestaltung des Schulentwicklungsprozesses bietet. Mit Hilfe von Qualitätsmanagement soll eine systematische und effiziente Umsetzung der Schulentwicklung gefördert werden. Durch regelmäßige Selbstevaluation wird für die Schule sichtbar, wo ihre Stärken und Entwicklungsmöglichkeiten liegen, um daraus entsprechende Schulentwicklungsmaßnahmen abzuleiten. Das Verfahren ist aus einem mehrjährigen Pilotprojekt mit Schulen aller Schularten entstanden und bietet eine umfassende Orientierung für die Schulentwicklungsarbeit. Aus den Erfahrungen in diesem Pilotprojekt ist ein Leitfaden zur Unterstützung der Schulen hervorgegangen, der konzeptionelle Grundlagen sowie Praxismaterialien zum Thema Schulentwicklung enthält.
Schlagwörter: Qualitätsentwicklungsprozesse – Qualitätsmanagement – Evaluation – Projekt SCHULEWIRTSCHAFT – qualitätszentrierte Schulentwicklung

Franka Berrang-Köhler:
Unterrichtsqualität als Gegenstand von Evaluation
Im vorletzten Artikel des Heftes beleuchtet Franka Berrang-Köhler die Frage, wie sich die Qualität von Unterricht beurteilen lässt und geht dazu auf theoretische Aspekte wie auch auf die Praxis der Evaluation von Unterricht ein. Dabei werden auch verschiedene Instrumente zur Erfassung von Unterrichtsqualität vorgestellt.
Schlagwörter: Unterrichtsevaluation – Evaluation als Prozess – Selbstevaluation

Jutta Grassau:
Selbstevaluation an der Geschwister-Scholl-Realschule – Erfahrungen einer Pilotschule für Selbstevaluation
Jutta Grassau berichtet als Praktikerin konkret von den Erfahrungen, die sie und ihr Kollegium mit der Evaluation an der eigenen Schule gemacht haben.
Schlagwörter: Pilotschule für Selbstevaluation – Schulprofil – Evaluationskreislauf


Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2006):
Bildungsstandards durchdacht
(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2006, 71, Themenheft)
ISBN-10: 3-937333-35-5, 80 S., Euro 12,90.

Vorwort

 


Wissenschaftliche Beiträge


Anton Hauler
Bildungsstandards zwischen reformerischem Anspruch und curricularer Wirklichkeit
Mit der Einführung von Bildungsstandards wird vielfach der Anspruch verbunden, einen theoretisch fundierten und in der Praxis wirksamen Ansatz zu einer als vordinglich erachteten Reform des Bildungswesens und damit zu einer Verbesserung des Unterrichts gefunden zu haben. Eine nüchterne Analyse zweier vorliegender Reformkonzepte verweist jedoch auf grundlegende Implementationsprobleme. Während sich das Konzept der Bildungsstandards und darauf basierender Kompetenzstufenmodelle (Klieme-Expertise) in der empirischen Unterrichtsforschung (Leistungsmessung) durchaus bewährt hat, muss die Frage nach dessen Anwendbarkeit und Praktikabilität zur Reform des konkreten Unterrichts kritisch geprüft werden. Gleiches gilt für die baden-württembergische Bildungsplanreform 2004, in der mit reformerischem Pathos aber geringem Ressourceneinsatz ein „Paradigmenwechsel“ versprochen wird.
Schlagwörter: Bildungsplanreform 2004 – Bildungsstandards – Kompetenzstufenmodelle – Paradigmenwechsel – Reform des Bildungswesens – Reformkonzepte

Bernward Lange
Bildungsstandards und Praxis der Lehrerbildung
Die Einführung von Bildungsstandards in Deutschland stellt einen gravierenden Systemwechsel dar, dessen Konsequenzen in vielfacher Hinsicht noch gar nicht abgesehen werden können. Durch die Bildungspläne 2004 in Baden-Württemberg ergibt sich theoretischer Klärungsbedarf, und es sind Verfahren zu finden, wie die Thematik im Didaktikstudium der Lehrerbildung behandelt werden soll. Eine Analyse der Sprachform der Bildungsstandards bestätigt deren Verbindlichkeit. Es folgen weitere curriculartheoretische Einordnungen und didaktische Überlegungen. Schließlich wird über die Vorgehensweise in einem Hochschulseminar berichtet, Studierenden die Umsetzung von Bildungsstandards zu konkreten Lernszenarios zu ermöglichen.
Schlagwörter: Didaktikstudium der Lehrerbildung – Lernszenarios

Thomas Rihm & Thomas Häcker
Standardisierte Vielfalt?
Standards und Vielfalt: Zur Frage der nachhaltigen Wirkung von Lernprozessen
Zwei Absichten leiten derzeit die bildungspolitischen Bemühungen: Begrenzung der Kosten bei gleichzeitiger Verbesserung der Wirksamkeit der Bildungsprozesse. Die Zauberformel lautet: Outputorientierung. Die Instrumente, die den notwendigen Veränderungsprozess steuern sollen, sind die Budgetierung und das Bildungsmonitoring. Eine solche Steuerung setzt voraus, dass Leistungen sowohl des Systems im Allgemeinen als auch der Schule bzw. der Lernenden und Lehrenden im Besonderen überprüfbar gemacht werden. Um die in diesem Modell anvisierten Kosten-Nutzen-Relationen herstellen zu können, bedarf es der Standardisierung von Bildungsabläufen. Zunehmend kommt jedoch Kritik auf und es wird gefragt: Wie stehen diese Standardisierungen im Verhältnis zu den vielfältigen Lerninteressen, den Lernzugängen bzw. den Lernperspektiven der Lernenden? Schließen sie an deren biographische und lebensweltliche Erfahrungen an? Gibt es gar ganz andere Lernnotwendigkeiten, als die in den Standards vorgesehenen? Schließlich: Fördern diese Maßnahmen tatsächlich auch die nachhaltige Wirkung der Lernprozesse bei Schülern oder?
Schlagwörter: Bildungsmonitoring – Budgetierung – Outputorientierung – Standardisierungen – Wirkung von Lernprozessen

Markus Rehm
Kompetenzen und Kompetenzmodelle naturwissenschaftlicher Bildung
Der Artikel zeigt in Anzügen auf, welches Bildungsziel die Domäne „Science“ verfolgt und welche Kompetenzmodelle hierzu bereits formuliert sind. Es wird der Vorschlag unterbreitet, ergänzend ein Kompetenzmodell zum „Verstehen“ von Phänomenen und naturwissenschaftlichen Begriffen zu entwickeln. Auf entsprechende Quelle wird verwiesen. Um ein derartiges Kompetenzmodell zukünftig empirisch zu stützen, nimmt der Autor abschließend Bezug auf den Kompetenzbegriff, der der Expertise zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards zugrunde liegt und schlägt für die empirische Forschung eine Revision vor.
Schlagwörter: Kompetenzbegriff – Kompetenzmodelle

Hans-Bernhard Petermann
Bildungsstandards als Kompetenzsicherung? Anregungen aus philosophischer Sicht
Können Bildungsstandards herausarbeiten, worauf es grundsätzlich in unserem Schulsystem ankommt? Der Beitrag nimmt diesen Anspruch konstruktiv auf, indem er an die grundlegenden Intentionen dieses bildungskonzeptionellen Paradigmas erinnert. Die Sinnhaftigkeit kompetenzorientierter Bildung wird kurz mit Platon begründet und an der Logik der neuen Bildungspläne Baden-Württemberg erläutert. Am Ende wird ein eigener Vorschlag zur Differenzierung des Kompetenzmodells skizziert.
Schlagwörter: Differenzierung des Kompetenzmodells – Sinnhaftigkeit kompetenzorientierter Bildung


Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2006):
Lernen in Projekten
(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2006, 70, Themenheft)
ISSN 1861-2369, 80 S., Euro 12,90.

 

 


Wissenschaftliche Beiträge

Marold Wosnitza & Balthasar Eugster:
Die Projektmethode – eine an Lernprozessen orientierte Betrachtung
Im Grundlagenartikel von Marold Wosnitza und Balthasar Eugster zeigen die beiden Autoren die Verwebung von Schul- und Lebenshandeln auf, mit dem lerntheoretischen Blick, dass das Lernen in Projekten für beides eine Bedeutung hat.

Carl-Peter Buschkühle:
Lernen im künstlerischen Projekt
Nach Carl-Peter Buschkühle kommt der Kunst im schulischen Kontext verschiedene Bedeutungen zu, die in radikalem Gegensatz zu einem falsch verstandenen und praktizierten Kunstunterricht und seinen Kürzungen im Gefüge der Stundentafel stehen. Er stellt dabei verschiedene Aspekte des künstlerischen Denkens und Handelns in den Mittelpunkt, von denen er dann Elemente der Dekonstruktion ableitet, die künstlerisches Denken fördern.

Veronika Strittmatter-Haubold & Anneliese Wellensiek:
Reflexive Lehrerbildung in Projektseminaren
Im Beitrag von Veronika Strittmatter-Haubold und Annelie Wellensieck geht es um die reflexive Lehrerbildung, die vor durch die Form von Projektseminaren gefördert werden kann. In ihrem Beitrag stellen sie zwei Seminare gegenüber.

Dörthe Krause & Peter Eyerer
TheoPrax als Methode
Frontalunterricht möchten Dörthe Krause und Peter Eyerer gerne durch die kombinierte Lehr-Lern-Methode, der TheoPrax-Methodik, die seit knapp 10 Jahren für Schule und Hochschule entwickelt und permanent weiterentwickelt wurde, ablösen oder doch zu mindestens bereichern. Projekte mit Ernstcharakter stellen für sie den Königsweg zu einem motivierenden, Lernen dar, der vor allem auch die aktive Wissensbeschaffung als Kernkompetenz verfolgt.

Uirike Ohl:
Qualifizierung gukünftiger Lehrerinnen und Lehrer durch projektorientierte Hochschulseminare
In einem Bericht über das Lernen in ergebnisoffenen Projekten mit „Ernstcharakter“ reflektiert Ulrike Ohl ihre Erfahrungen als Dozentin mit Gruppen von Studierenden in der Geographie-Didaktik. Ebenso verdeutlicht sie die Chancen, aber auch die Schwierigkeiten und Grenzen dieser Methode.

Anette Bräunling, Anne Katrin Link, Christian Minuth & Linda Ortolani
„Reise nach Absurdistan” – Das Grauen in der Idylle Erfahrungen mit einem Projekt
Am Ende des Themenheftes befindet sich ein Erfahrungsbericht aus einem Projektseminar im Fach Französisch. Studierende schreiben über ihre Erfahrungen und einzelnen Etappen, die sie während ihres Projektes durchlaufen haben, welche Lernchancen sie hatten und wie sie die Methode einschätzen.


Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2005):
Überlegungen zur Pädagogischen Diagnostik
(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2005, 69, Themenheft)
 ISBN-10: 3-937333-28-2, 80 S.,Euro 10,90.
Schlagwörter: Pädagogische Diagnostik

 


In diesem Themenheft widmen sich drei Beiträge unter sehr unterschiedlichen Perspektiven der Pädagogischen Diagnostik:

Der Artikel von Reimer Kornmann gibt den Lesern Anregungen für die Weiterbildung von Lehrerinnen und Lehrern im Bereich Diagnostik.

Karl Ludwig Holtz stellt ein neues Modell für Grundlagen und Voraussetzungen einer Kompetenz-Diagnostik vor.

Petra Scheltwort und Wolfgang Sehringer beschäftigen sich mit dem Lehrerhandeln im Unterricht und der Verbesserung der Unterrichtsqualität.