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Kindheitsdorf 1953.
Erinnerung und Begegnung.
(Grundschulpädagogik & Grundschulforschung 4).
ISBN-10: 3-933967-90-2, 176 S.,
über 300 Abbildungen, A4, Hardcover, € 24,80.
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„Die Tage gehen, einer geht hinter dem anderen her, und wir sehen sie nicht wieder.“ (Erwin Strittmatter) |
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Dieses Buch ist eine Zeitreise, die den Leser 50 Jahre zurückführt in das südpfälzische Dorf Winden – zurück in das Jahr 1953. Vom 1. Januar bis zum Jahresende begleiten wir die Kinder bei ihren Spielen, beim Lernen und Arbeiten. Ich möchte dabei folgenden Fragen nachgehen: Wie haben Kinder damals ihr Zusammenleben geregelt? Wie war ihre Beziehung zur Natur und ihr Umgang mit der Zeit? Wovor hatten sie Angst? Welche Bücher haben sie gelesen, welche Aufsätze geschrieben? Was haben sie gemalt, fantasiert? Was haben sie gesammelt, gebastelt, konstruiert? Vieles, was Kinder im Alltag des Dorfes erfahren und erlebt haben, teilten sie mit Kindern, die damals in anderen ländlichen Gegenden unter sehr ähnlichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnissen aufwuchsen. So ist Winden in einem gewissen Umfang repräsentativ für das Leben auf dem Land in den 50er Jahren. |
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Erinnerung |
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Um das Kindheitsdorf im Jahr 1953 lebendig werden zu lassen, sind wir auf die Erinnerungen angewiesen, die wir „Kinder von damals“ als Erwachsene, heute noch besitzen. Was ist hängen geblieben, was verloren gegangen und was finden wir hinter Türen, zu denen wir besondere Schlüssel brauchen?
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Sich zu erinnern heißt: in unser „Inneres“ gehen, dem Kind in uns selbst zu begegnen. Wir können Bildern, Gerüchen, Geräuschen und Gefühlen nachspüren, die dort als „biographisches Gedächtnis“ gespeichert sind und wir sind in der Lage, zurückliegende Zeiten in unseren Vorstellungen aufleben zu lassen.
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Der Ausgangspunkt aller Erinnerungen ist immer das Kind, das wir einst waren und das Kind, das bis heute in uns lebendig ist. Es ist die „verbliebene Kindlichkeit“, die in vielen Fällen unser Verhalten mitbestimmt, ohne dass wir es bewusst wahrnehmen. In der Beziehung zu ihrer Kindheit sind die Menschen sehr verschieden.
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„Es
gibt Menschen, die ihre Kindheit wie durch ein umgedrehtes Fernrohr
betrachten. In weiter Ferne sieht man mit seinen erwachsenen Augen das
kleine Kind, das man einst war ... Die Verbindung mit der Kindheit ist
eigentlich völlig durchtrennt. Man blickt nicht oft zurück ... und färbt
das, woran man sich erinnert, mit erwachsenen Erfahrungen und Ansichten.“
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Aber es gibt auch Erwachsene, die den Kontakt mit der eigenen Kindheit nie unterbrochen haben, bei ihnen können glückliche (Geborgenheit, Vertrauen, Freiheit, Erfolg, Selbstbehauptung, Anerkennung) und unglückliche Erfahrungen (Unruhe, Angst, Verzweiflung, Eifersucht, Ohnmacht, Wut) immer gegenwärtig sein. Sie haben die Verbindung zur Welt der Kindheit nie verloren.
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„Natürlich
haben die Erfahrungen des Erwachsenenlebens auch sie geprägt – aber die
ursprüngliche Neugier, Freude und Fantasie sind dadurch nie erstickt worden.
Das Kind, das sie einmal waren, ist ständig sinnlich anwesend: in einem
Blick, in einer fantasievollen Lösung, in einem Lachen.“
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Kindheitserinnerungen können kein getreues Abbild der damaligen Zeit sein, sondern sie sind sehr persönliche Bilder, die sich jeder von seiner Kindheit schafft. Im Laufe der Jahre wird dann das, was wir im Gedächtnis gespeichert haben, ergänzt, neu geordnet und umgedeutet. Somit ist das, was wir erinnern, nur eine Annäherung an das, was tatsächlich gewesen ist. Vieles spricht auch dafür, dass wir dazu neigen, die Vergangenheit zu verklären. So schreibt Lilo Beil, die 1953 als Sechsjährige in unserem Dorf gelebt hat, zu ihren Geschichten im „Maikäfersommer“:
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„Nicht alles war immer so idyllisch, nicht immer war der Frieden so ungestört, nicht alles war so lustig, wie man es aus den vorangegangenen Geschichten vermuten könnte. Doch verwandeln sich im Gedächtnis Schlangen in Schmetterlinge, die Erinnerung filtert das Dunkle aus der Vergangenheit, zurück bleibt ein leuchtender Regenbogen.“ (Beil, 1997, S. 14)
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Dahinter verbirgt sich das Bedürfnis, der eigenen Biographie das Gute zu belassen, so dass die Lust auf die Begegnung mit dem Vergangenen nicht verloren geht und das „ferne Land der Kindheit“, der Ort der eigenen Herkunft, im Einklang mit dem Kind in uns lebendig bleibt. Begegnung Erinnerung wird durch Begegnung ausgelöst. Wir begegnen Personen, mit denen wir uns über zurückliegende Zeiten austauschen: man spielt sich Erinnertes zu, füllt Lücken auf, entdeckt Gemeinsamkeiten oder Widersprüche. Aber auch die Begegnung mit Gegenständen, Texten, Bildern, kann Erinnerungen auslösen und etwas, was längst vergessen schien, wieder auferstehen lassen.
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Vieles aus der Kindheit ist einem entglitten, ...
„... bis irgendeinmal auf
einem Spaziergang oder auf einer Eisenbahnfahrt oder in einer schlaflosen
Nacht ein ganzes vergessenes Stück Leben wieder da ist ... mit allen
Kleinigkeiten, mit allen Namen und Orten, Geräuschen und Gerüchen ... Ein
Erlebnis, von dem ich seinerzeit ganz sicher wusste, dass ich es nie
vergessen würde, und das ich doch jahrelang spurlos vergessen hatte. Ganz so
wie man ein Buch oder ein Taschenmesser verliert, vermißt und dann vergißt,
und eines Tages liegt es in einer Schublade zwischen altem Kram und ist
wieder da und gehört einem wieder.“
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Wenn ich nach 50 Jahren hinter unserer Mühle durch das alte Tor die Scheune betrete, die die Zeit fast leer geräumt hat, wird vieles aus meiner Erinnerung wieder so vor mir auftauchen wie es einmal war, während für andere, die nur vorübergehen, es nichts weiter sein wird, als ein grünspaniges Tor und eine Scheune, deren Lebenszeit allmählich zu Ende geht. Ich schlage ein Buch auf und in den wenigen Farbbildern erkenne ich jede Einzelheit wieder. Im Lesebuch der Grundschule treffe ich alte Bekannte: Figuren, die fast vergessen schienen wie die „Hexe Kaukau“, „Riese Timpetu“, der „kleine Häwwelmann“ und die „Heinzelmännchen“ („wie war zu Köln es doch vordem mit Heinzelmännchen so bequem ...“). Wir sehen einen alten Elektroschalter, eine Schuhcremdose mit dem Frosch der Marke „Erdal“, einen von den wertvollen Glasklickern oder ein Sammelbild aus der Serie „Fußball ganz groß“ und alle scheinen dir zu sagen: „Weißt Du noch ...“ („Wäsch’d noch ...“) |
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Themen |
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Was ist in unseren Erinnerungen bedeutsam geblieben? Da sind zunächst die Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde; Auseinandersetzungen, Anerkennung und Kränkungen, Fürsorglichkeit und Bestrafungen, Zuneigung und Zurückweisungen. Ich selbst möchte mich auch Astrid Lindgren anschließen:
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„Fragt mich jemand nach
meinen |
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Vor allem die Jahreszeiten bestimmten den Rhythmus im Leben der Kinder – Spiele und Arbeit, Schule und Ferien, das Draußensein und den Rückzug ins Haus, den Wandel der Natur sowie die Dinge, welche die Monate für uns bereithielten: Schnee und Eis, Holunder und Weiden, Hagebutten und Kletten, Rosskastanien und Nüsse ... |
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Die einzelnen Kapitel des Buches folgen dem Verlauf des Jahres. Neben den vier Jahreszeiten gab es noch den Vorfrühling, den Nachsommer, den Spätherbst und den Frühwinter, darüber hinaus das Schlachtfest, Fasenacht, Ostern, Pfingsten, Kerwe, Weihnachten, Geburtstage und Vereinsfeste; Ankunft der Störche; die Zeit der kurzen Hosen, Barfußzeit, Baden, erste Kirschen, Dreschmaschinentag, Weinlese, Eis- und Schneezeit – Höhepunkte im Kindheitsdorf, die sich wie Perlen auf eine Jahreskette des Kindheitsdorfes auffädeln lassen.
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Auch die Märchen sind unsere Wegbegleiter durch das ganze Jahr. So wie „Frau Holle“ zum Januar passt, wird jedem Monat ein Märchen in Gestalt einer Initiale zugeordnet, entnommen aus dem Sammelalbum „Deutsche Märchen“.
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Quellen |
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Eine wichtige Quelle für die Rekonstruktion des Kindheitsdorfes waren die Erinnerungen der Kinder, die 1953 in unserem Dorf gelebt haben. Alle 95 Erwachsenen, die damals zwischen fünf und dreizehn Jahren alt waren, wurden zu einem Schultreffen eingeladen und um Unterstützung des Projekts „Kindheitsdorf“ gebeten. Viele sind als „Zeitzeugen“ in mehrstündigen Interviews noch einmal durch das Jahr 1953 gegangen und haben ihr „Expertenwissen“ zur Verfügung gestellt. Auf diesem Weg ist eine große Sammlung von persönlichen Erinnerungen entstanden, die ich zu einem Mosaik „Dorfkindheit 1953“ zusammenfügen konnte.
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Es ist nicht ganz einfach, aus den vorliegenden Augenzeugenberichten ein Gesamtbild zu entwickeln, das allen Kindern gerecht wird. Denn Kindheiten sind in dem Dorf sehr unterschiedlich verlaufen. Es gab Kinder aus dem großen Bauernbetrieb oder aus dem ganz kleinen Hof, der seine Äcker und Wiesen mit drei Kühen bewirtschaftet hat; aus Flüchtlingsfamilien, aus kinderreichen Familien (mit mehr als 7 Kindern), aus Arbeiter-, Handwerker- oder Beamtenfamilien; Kinder, deren Vater gefallen war oder vermisst wurde; sie hatten ganz unterschiedliche Möglichkeiten, zu spielen, zu lernen und wurden unterschiedlich lange zu Arbeiten im Haus und auf dem Feld herangezogen. Auch zwischen den Erfahrungen von Mädchen und Jungen sowie von Schulanfängern und Achtklässern muss deutlich unterschieden werden. So kann auch das Folgende nicht in allen Bereichen allen Kindern gerecht werden. Es wird eher versucht, das Jahr 1953 aus möglichst vielen Blickwinkeln zu betrachten und alle gleichberechtigt zu Wort kommen zu lassen. Dadurch treten auch Widersprüche auf. Sie kennzeichnen die Unterschiedlichkeit der Erfahrungen sowie der Vorstellungen, welche die Kinder der damaligen Zeit heute im Rückblick entwickeln. Insgesamt enthalten die folgenden Kapitel eine große Zahl von einzelnen Erinnerungen, die ich aus den verschiedenen Erzählungen herausgefiltert habe. Zum einen wurden Aussagen weitgehend wörtlich übernommen und sprachlich etwas „geglättet“, andererseits Einzelelemente, die von verschiedenen Personen stammen und sich gegenseitig gut ergänzen, zu einem Erzählabschnitt zusammengefügt. Wenn in diesen Texten „ich“ steht, dann kann damit eine einzelne Person gemeint sein, aber auch eine ganze Gruppe, die zu dem Thema beigetragen hat; der Autor ist an viele Stellen selbst als Erzähler dabei. |
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Zur besseren Verständlichkeit sind die Texte nicht im Dialekt (in der „Wohlfühlsprache“), sondern in der „Hochsprache“ geschrieben; an manchen Stellen sind Worte und Redewendungen in der Originalsprache übernommen oder in Klammern angefügt. Ergänzt werden die persönlichen Aussagen zur damaligen Zeit durch Bilder und Texte, die im Gegensatz zu den Erinnerungen oft eine eindeutige Sprache sprechen. |
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Dazu gehören vor allem die Schwarz-Weiß-Fotografien, Postkarten, Bücher (insbesondere Schulbücher, Fibeln, Märchenbücher, erste Comics), ein kleines Tagebuch, Poesie- und Sammelalben sowie Fundstücke aus einzelnen Büchern, die aus ihrem fünfzigjährigen Schlaf erweckt wurden. Einen guten Einblick in das Schulleben der damaligen Zeit geben die Schulhefte mit ihren Aufsätzen, gemalten Bildern und Gedichten sowie das „Schultagebuch für die Protestantische Volksschule Winden“. Als besonders ergiebig für die Darstellung des Alltags im Dorf erwiesen sich auch die kleinen Diktate, die damals geschrieben wurden: |
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„Wurzelnd im Lebenskreis
der Schularbeit oder in der kindlichen Umwelt fließt ihre Stoffülle aus
verschiedenen Quellen zusammen, aus Dichtungen und volkstümlichem Sprachgut,
aus Kindermund und Schulstube.“
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Man wird dabei auch an die Rituale beim Diktatschreiben erinnert: |
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„Nach
beendeter Satzniederschrift und nochmaligem Durchlesen richten sich die
Schüler mit dem Oberkörper auf und lehnen sich zurück; das Schreibgerät
bleibt startbereit in der Hand, um störende Geräusche zu vermeiden ... Beim
endgültigen Eintrag ins Reinheft soll die Schrift den erhöhten
Willenseinsatz widerspiegeln. Verwahrloste Schrift – verwahrloste
Rechtschreibung, eine alte Schulerfahrung.“
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Gute Dienste leisteten mir die beiden Tageszeitungen („Die Rheinpfalz“ und „Vorderpfälzer Tageblatt“), die für jeden einzelnen Tag wertvolle Hinweise bieten konnten. Tägliche Wetterberichte, Rundfunkprogramme, Ratgeber für die Landwirtschaft, Werbung, Kinoprogramme, Schlagzeilen, Kommentare zur Situation der Kinder, Berichte zu Festen und Feiern bildeten einen verlässlichen Hintergrund für den Jahresrückblick.
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In diesem Buch wird viel mit Bildern gearbeitet. Ich lasse die Dinge ihre eigene Sprache sprechen. Sie kommen ohne „Erläuterung“ aus und jeder kann das einzelne Bild auf seine Weise lesen und mit seinen individuellen Erinnerungen verknüpfen.
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In den letzten fünf Jahren erstellte mein Bruder eine umfangreiche Fotodokumentation. Er fotografierte Orte innerhalb des Dorfes, die umliegende Landschaft zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten, Gebrauchsgegenstände und Spielsachen. Mit dieser Fotosammlung, aus der einzelne Bilder für dieses Buch ausgewählt wurden, wollen wir festhalten, „was noch genau so“ oder ähnlich ist wie es damals war, um es zu bewahren, bevor es für immer aus unserem Dorf verschwindet.
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Beginn der Zeitreise |
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Wir können uns erinnern, aber nicht in unsere Kindheit zurückkehren. Nur in unseren Gedanken, in Form einer Zeitreise ist eine „Rückkehr“ möglich.
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Ausgangspunkt dieser Reise soll ein Bauernhof in unserem Kindheitsdorf sein. Wir stehen in dem großen Innenhof, umgeben von den Ställen, der hohen Scheune, dem Schuppen und dem Wohnhaus. Eine kleine Sandsteintreppe führt in den Bauerngarten, über uns der schöne, winterliche Sternenhimmel.
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Die Zeiger der Kirchenuhr sind auf zwölf Uhr vorgerückt. Wir hören die Glocken läuten. Das neue Jahr 1953 beginnt. Draußen wird das Neujahr eingeschossen. Man hört Stimmen und laute „Prost-Neujahr-Rufe“. Wir öffnen das kleine Hoftor und mischen uns unter die Feiernden. Vielleicht schließen wir uns einer Gruppe von Kindern an, die es genießen, heute viel länger als sonst aufbleiben zu dürfen ... |
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Stand: 09.03.07