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Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Weiterbildung (Hrsg.). (2006):
Bildungsstandards durchdacht
(Perspektiven zur pädagogischen Professionalisierung, 2006, 71, Themenheft)
80 S., ISBN 3-937333-35-5, Euro 10,90.

Vorwort

Liebe Leserinnen und Leser,

Bildungsstandard lautet der neue Begriff im Bildungswesen, der sowohl an den Hochschulen als auch in den Schulen für allerlei Diskussion gesorgt hat.
Mit der Einführung von Bildungsstandards soll ein Ruck durch die Bildungslandschaft gehen. Es geht darum, von der Input-Orientierung hin zur Output-Orientierung zu gelangen, um dadurch die Qualität in deutschen Schulen zu steigern. Stark unter Beschuss geraten ist die Unterrichtsqualität und das Schulsystem in Deutschland gerade dadurch, dass internationale Tests aufgezeigt haben, wie weit die Schulleistungen hinter den gewünschten Ansprüchen eines führenden Industriestaates zurück liegen. Außerdem war eine der sehr ernüchternden Tatsachen, dass zwischen sozialer Herkunft und schulischem Erfolg bzw. Misserfolg von Schülern ein dichter Zusammenhang besteht.
Bereits seit dem Beschluss der Kultusministerkonferenz 2003 geht es um die Einführung von Standards an deutschen Schulen. Die nationalen Bildungsstandards befinden sich derzeit im Zustand des Übergangs vom Konzeptionellen zum Faktischen. Erste Erfahrungen wurden gesammelt, Konzepte kritisch beleuchtet und Ideen weiter geführt.
In dem Themenheft haben sieben Autoren Bildungsstandards durchdacht und Stellung bezogen. Es geht hier um eine kritische Reflexion des neuen Modells.
Kritisch unter die Lupe nimmt Dr. Anton Hauler die Einführung von Bildungsstandards. Er verweist auf die grundlegende Problematik der Implementierung unter einem geringen Ressourceneinsatz.
Die Bildungsstandards bedürfen nach der Stellungnahme von Professor Dr. Bernward Lange einer besonders einer Klärung in der Lehrerbildung. Nicht nur das Lehrpersonal der Schulen tut sich schwer mit den Bildungsstandards, sondern auch die aktuellen Prüfungsordnungen für Lehrsamtsstudiengänge, die die neuen Entwicklungen zum Teil noch gar nicht explizit zur Kenntnis genommen haben.
Der Frage, wie sich normierende Standards einerseits und die faktische Vielfalt der Lernverhältnisse andererseits hinsichtlich der Qualitätsfrage zueinander verhalten, gehen Thomas Rihm und Professor Dr. Thomas Häcker nach. Es geht um den Zugewinn der diskutierten Standard-Konzepts und darum, dass im Unterricht die Vielfalt der Regelfall ist. Welche Chancen damit verbunden sein können, um die Wirksamkeit von Lernprozessen zu erhöhen steht dabei im Zentrum. Ob Normierung über Standards einerseits und die Vielfalt der Lernverhältnisse andererseits in ein produktives Verhältnis zueinander zu setzen sind, wird diskutiert.
In Auszügen zeigt der Artikel von Dr. Markus Rehm auf, welches Bildungsziel die Domäne „Science“ verfolgt und welche Kompetenzmodelle hierzu bereits formuliert sind. Er unterbreitet einen Vorschlag, ergänzend ein Kompetenzmodell zum „Verstehen“ von Phänomenen und naturwissenschaftlichen Begriffen. Um ein derartiges Kompetenzmodell zukünftig empirisch zu stützen, nimmt der Autor abschließend Bezug auf den Kompetenzbegriff, der der Expertise zur Entwicklung nationaler Bildungsstandards zugrunde liegt und schlägt für die empirische Forschung ein Revision vor.
Ob Bildungsstandards herausarbeiten können, worauf es grundsätzlich in unserem Schulsystem ankommt, diskutiert Dr. Hans-Bernhard Petermann in seinem Beitrag. Der Artikel erinnert an die grundlegenden Intentionen des Konzepts der Bildungsstandards. Die Sinnhaftigkeit kompetenzorientierter Bildung wird mit Platon begründet und an der Logik der neuen Bildungspläne Baden-Württembergs erläutert. Der Autor zeigt einen eigenen Vorschlag zur Differenzierung des Kompetenzmodells auf und denkt die Konzeption weiter.
Ein aufschlussreiches Interview mit Professor Dr. Eckehard Klieme rundet die Diskussion zu diesem weiten Themen ab.
Ob Bildungsstandards die Qualität von Schule erhöhen werden, welchen Beitrag sie in diesem Prozess spielen und welche Schwierigkeiten damit verbunden sind, darauf gibt das Themenheft eine Antwort.
Einladen möchten wir Sie auch zu unseren vielfältigen Angeboten zur Weiterqualifizierung in pädagogischen Handlungsfeldern. Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Dr. Veronika Strittmatter-Haubold
Alexandra Hund

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Zur Person

 

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Anton Hauler
Dr. Anton Hauler arbeitet als Akademischer Rat in der Abteilung Politikwissenschaft am Institut für Gesellschaftslehre der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Schwerpunkte in Forschung und Lehre: Europäische Integration, Sozial- und Bildungspolitik.
Anschrift: Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Gesellschaftslehre, Im Neuenheimer Feld 581, D-69120 Heidelberg
E-Mail: hauler@ph-heidelberg.de

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Prof. Dr. Bernward Lange
Prof. Dr. Bernward Lange ist Direktor des Instituts für Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und lehrt Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Grundschule. Didaktische Probleme im Zusammenhang mit Bildungsstandards sowie der Einsatz von teilvirtualisierten Studienelementen in der Hochschullehre (internetbasierte Lernplattformen im Studium) sind seine gegenwärtigen Arbeitsschwerpunkte.
Anschrift: Pädagogische Hochschule Heidelberg, Institut für Erziehungswissenschaft, Keplerstraße 87, D-69120 Heidelberg
E-Mail: lange@ph-heidelberg.de

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Thomas Rihm
Thomas Rihm, Dipl.-Päd., lehrt an der Pädagogischen Hochschule im Fach Erziehungswissenschaft. Schwerpunkte sind: Subjektwissenschaft und Pädagogik, Vielfalt als Regelfall, Partizipative Schulentwicklung, Reflexive Professionalisierung.

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Thomas Häcker
Prof. Dr. Thomas Häcker arbeitet an der PHZ Luzern als Dozent für Bildungs- und Sozialwissenschaften. Er leitet dort das Institut für Pädagogische Professionalität und Schulkultur (IPS). Zuvor war er an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg in Forschung und Lehre tätig.
Schwerpunkte:
Allgemeine Didaktik und Hochschuldidaktik
Widerstände in Lehr-Lern-Prozessen
Unterrichtsentwicklung
Prozessbegleitung
Portfolioarbeit
Moderation und Training

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Dr. Markus Rehm
Dr. Markus Rehm ist Hochschuldozent für Chemie, Chemiedidaktik und Erziehungswissenschaft an der Pädagogischen Hochschule der Zentralschweiz in Luzern. Seine Arbeitsschwerpunkte sind Lehrerbildung in den Naturwissenschaften, Naturwissenschaftliche Bildung, Kompetenzentwicklung im naturwissenschaftlichen Unterricht.
Anschrift: Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz, Museggstrasse 22, CH-6004 Luzern
E-Mail: markus.rehm@phz.ch

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Dr. Hans-Bernhard Petermann
Philosoph, Theologe, Erziehungswissenschaftler, lehrt seit 1997 als OStR an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg. Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte: Didaktik der Philosophie und Ethik, Philosophieren mit Kindern, Religionsphilosophie, Interdisziplinarität und Bildung.

 

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Stand: 08.09.06