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Lehrerbildung auf dem Prüfstand
2010, 4(1), 63-87
Ferdinand Eder und Gabriele Hörl
Zusammenfassung: Der Beitrag beschreibt die Studienberatungstests, die an
der Universität Salzburg für Lehramtsstudierende angeboten werden. Die
Studierenden absolvieren Tests und Fragebogenverfahren zu allgemeinen und
berufsspezifischen Interessen, Fähigkeiten und Persönlichkeitsmerkmalen und
erhalten darüber eine schriftliche Rückmeldung, in der sie ihre persönlichen
Werte mit den Durchschnittswerten relevanter Bezugsgruppen (z. B.
Lehramtsstudierende gesamt; erfolgreiche Lehrpersonen) vergleichen können.
Zusätzlich wird der Bezug des jeweiligen Merkmals zur Lehrtätigkeit erläutert,
sodass die Teilnehmer daraus ihre individuelle Passung zum Lehrberuf ablesen
können. Das Verfahren zielt auf eine intensive Reflexion der Studienwahl, nicht
auf Selektion.
Die Beratungstests werden nach der bereits getroffenen Studienentscheidung als
Teil einer einführenden Lehrveranstaltung angeboten. Ergebnisse von
Evaluierungen deuten darauf hin, dass die Teilnahme vor allem
entwicklungsfördernde Auswirkungen hat. Die Studierenden berichten überwiegend,
dass sie mehr Bewusstsein für ihre Kompetenzen und Stärken entwickelt haben und
genauer Bescheid wissen, wo sie sich weiterentwickeln könnten. Laufbahnsteuernde
Auswirkungen, z. B. Überlegungen zum Wechsel des Studiums, sind hingegen selten.
Untersuchungen zur prädiktiven Validität der verwendeten Merkmale liegen zur
Zeit noch nicht vor. Wohl aber lässt sich zeigen, dass jene Studierenden, deren
Studienwahl unter ungünstigen Bedingungen getroffen wurde (z. B. starke
situative Einflüsse, sehr späte Entscheidung), eine deutlich geringere Passung
zum Lehrberuf aufweisen.
Schlagwörter: Berufseignung
– Laufbahnberatung – Lehramtsstudierende
Summary:
This contribution analyzes a set of career counselling tests
that are offered to student teachers at Salzburg University. Participants
complete tests and inventories to do with general and specific interests,
abilities, and personality traits. They then receive written feedback, which
allows them to compare their own scores with the averages of relevant peer
groups (e. g. student teachers as a whole; experienced teachers). Additionally
then, students can deduct how well they fit the teaching profession from a
commentary on the specific relevance of each measured trait. In general the
counseling tests are aimed at stimulating an intensive reflection of vocational
choice, not at selection.
The Course Counselling Tests are offered as a part of an introductory lesson,
which takes place in the second semester of the study. Results of evaluations
indicate that there is a developmental impact on participants. Participants
report a greater awareness of their personal strengths and competencies and are
able to see areas which could be further developed. Deliberations about a change
or break in the teacher training are rare.
At present there are no results about the predictive validity of the tests.
However it can be seen that students whose decision to study teacher training
was made under inappropriate circumstances (e. g. because of outside pressure or
if it was a last minute decision) are often less suited to the teaching
profession.
Key words:
vocational
counselling – teacher students – vocational aptitude