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Empirische Pädagogik
Zeitschrift zu Theorie und Praxis erziehungswissenschaftlicher Forschung
2010, 24(2), 93-112
Nicole Bellin und Fanny Tamke
Zusammenfassung:
Untersuchungen zur Wirksamkeit von ganztägiger Schulorganisation
belegen im deutschsprachigen Raum positive Auswirkungen vornehmlich auf die
soziale Kompetenz von Schülern und auf die Wahrnehmung des Schulklimas durch die
beteiligten Akteure. Der vorliegende Beitrag geht der Fragestellung nach, ob
durch eine längere Verweildauer im schulischen Lernumfeld ebenfalls positive
Effekte auf Leistungsmerkmale resultieren. Hierzu werden Ergebnisse der ersten
beiden Jahre einer längsschnittlich angelegten Studie an Grundschulen zur
Lernentwicklung im Zusammenhang mit dem Besuch der Ganztagsbetreuung ausgewertet
und erste Ergebnisse des Projekts „Ganztagsorganisation im Grundschulbereich“
(GO)[1]
präsentiert. Im Ergebnis zeigen sich leichte Leistungsvorteile für Schüler, die
am Ganztagbetrieb teilnehmen. Inwieweit dies auf Selektionseffekte der
Schülerschaft zurückgeführt werden kann, wird diskutiert.
Schlagwörter:
Ganztagsschule – Grundschule – Leseleistung – Migrationshintergrund
Summary:
Research concerning the
effectiveness of full-day schools shows that there are positive effects on
students’ social competencies as well as on the perception of the school climate
by the different participants. Furthermore, it could be assumed that by spending
extended time within a learning environment may result in positive effects on
achievement outcomes. The article addresses this issue and longitudinal data
(first two years) of a project on full-day primary schools will be analyzed. The
results indicate small positive effects in reading achievement for students who
attend the full-day program compared to students who do not participate. To what
extend this advantage in reading achievement might be a result of social
selection in participation will be discussed.
Key words:
full-day school – migration
background – primary school – reading
achievement
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[1]Unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Merkens (Freie Universität Berlin) in Kooperation mit Prof. Dr. Agi Schründer-Lenzen (Universität Potsdam) und Prof. Dr. Harm Kuper (Freie Universität Berlin). Finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, aus dem Europäischen Sozialfonds sowie durch die Max-Traeger-Stiftung.