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Empirische Pädagogik
Zeitschrift zu Theorie und Praxis erziehungswissenschaftlicher Forschung
Zusammenfassung des Artikels: 2007, 21(3), 340-341
Maiello, C. (2007). Messung und Korrelate von Religiosität. Beziehungen zwischen Glaubensintensität und psychologisch, pädagogisch-soziologisch sowie medizinisch relevanten Variablen. Münster: Waxmann 2007. 224 S., 29,90€ ISBN 978-3-8309-1715-1.
Diese Schrift, als Dissertation angenommen von der Universität Fribourg, stellt die Entwicklung eines Instruments auf der Grundlage der Skala „Degrees of Belief in God“ (DBG) dar sowie ihre Benutzung zur Erforschung diverser Korrelate von Glaubensintensität. Carmine Maiello hat einen doppelten Fortschritt erzielt, einmal die verstärkte Betonung der Glaubensintensität (statt einfach der Erfassung des Glaubens) und vor allem jene der Universalität des Messinstruments, d. h. seine interkulturelle Invarianz. Sie ermöglicht eine unverzerrte Vergleichbarkeit solcher Ergebnisse, die in kulturell und religiös unterschiedlichen Milieus erarbeitet wurden (Stichprobe: 2 124 Jugendliche hauptsächlich aus der Schweiz, Spanien, Portugal, Ex-Jugoslawien, und der Türkei, römisch-katholischer, protestantischer oder islamischer Religionsangehörigkeit, sowie etliche Buddhisten und Hinduisten). Das andere Interesse dieser Arbeit besteht naturgemäß an den inhaltlichen Ergebnissen selbst, wie sie mit Hilfe von geeigneten Strukturgleichungsmodellen gewonnen werden.
Nach einer Übersicht über (a) die Grundlagen der Religionspsychologie einschliesslich der Definition zentraler Begriffe, (b) die Messung von Religiosität einschliesslich einer Vorschau auf die Ergebnisse dieser Studie und (c) wesentliche Korrelate (s. u.) werden die Hypothesen erläutert. Es folgen die Datenerhebung sowie die Schlussfolgerungen.
Die anwendungsfreundliche DBGR-Skala besteht aus 5 Items, die sich alle auf Gott beziehen, nämlich hinsichtlich von Allmacht, Sinngebung des Lebens, Geborgenheit, Gerechtigkeit, und Rettung aus Not und Gefahr. Die sorfältige Prüfung der gesuchten Invarianz erfolgte mittels Faktorenanalyse (Faktorenstruktur und Faktorenladungen) und chi2-Statistiken, der Retest-Reliabilität sowie der konkurrenten Validität (mit der Skala des Glaubens sowie jener der Christlichen Erfahrung von Keeskes und Wolf). Sie ergab (nach Reduzierung auf 5 Items von anfänglich 6, von DBG zu DBGR) recht zufriedenstellende Werte (interne Konsistenz .85, Retestreliabilität .92).
Die Ergebnisse der verschiedenen Korrelationsstudien (Glaubensintensität und Persönlichkeit sowie Selbstwert, Identität, Lebenszufriedenheit, Gesundheit, Stressbewältigung, Sporttreiben) sind zu umfangreich und komplex, um hier voll besprochen zu werden. Es folgen lediglich einige Hinweise.
Wie der Selbstwert korreliert die Religiosität sowohl mit sozialpsychologischen wie mit klinisch relevanten Persönlichkeitsfaktoren. Religiosität ist somit eine wichtige pädagogische, sozialpsychologische und klinisch-psychologische Variable. Wenn der Einfluss von Ängstlichkeit auspartialisiert wird, so korrelliert Religiosität positiv mit dem Selbstwert. Interventionen im Bereich der Religiosität können demnach diesbezüglich weitreichenden Einfluss ausüben. Depressivität und Glaube stehen in einem parabolischen Zusammenhang. Glaube hängt signifikant mit der Pflege der Gesundheit zusammen und damit indirekt mit größerer Lebenszufriedenheit. Schließlich korreliert der Glaube negativ mit der Einstellung zum Drogenkonsum.
Über den reinen Inhalt hinaus kann diese Schrift vor allem auch als Modell für Studien in einem multikulturellen Milieu empfohlen werden, ein immer häufiger auftretender Fall, der aber messtechnisch öfters noch nicht gemeistert wird.
Anschrift des Autors:
Dr. Karl Helmut Reich, Route des Chemins de Fer 3, CH-1823 Glion, Telefon: +41 21 9630783, Telefax: +41 21 9613566, E-Mail: www.helmutreich.ch
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Stand: 27.09.07