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Empirische Pädagogik
Zeitschrift zu Theorie und Praxis erziehungswissenschaftlicher Forschung
Zusammenfassung des Artikels: 2006, 20(4), 347-368
Lutz Bornmann
Zusammenfassung: Wir haben das Auswahlverfahren des Boehringer Ingelheim Fonds (B.I.F.) – eine Stiftung zur Förderung der Grundlagenforschung in der Biomedizin – nach den Gütekriterien für wissenschaftliche Beurteilungen Fairness und prognostische Validität untersucht (1 954 Anträge für ein Doktoranden- und 743 Anträge für ein Postdoktoranden-Stipendium). Bei der Analyse der Fairness des Verfahrens (Methode: CHAID) zeigte sich bei jenen Antragstellern für ein Doktoranden-Stipendium, die von einem Mitarbeiter des B.I.F. mit Nachdruck zur Förderung empfohlen wurden, dass männliche Antragsteller (81%) deutlich bessere Chancen haben, ein Stipendium bewilligt zu bekommen als weibliche Antragsteller (47%). Die bibliometrischen Analysen für die Überprüfung der prädiktiven Validität des Peer-Review des B.I.F. (Methode: GLM) zeigten, dass das Auswahlverfahren seinem erklärten Ziel – der Auswahl der „besten“ Nachwuchswissenschaftler – gerecht wird und somit voraussagende Gültigkeit besitzt.
Schlagwörter: Peer-Evaluation – Qualitätskontrolle
Summary: We analysed the committee peer review followed by the Boehringer Ingelheim Fonds (B.I.F.), a foundation for the promotion of basic research in biomedicine, with regard to the fairness and predictive validity of the procedure (1 954 applications for doctoral and 743 applications for post-doctoral fellowships). The analysis of the fairness of the procedure (method: CHAID) showed for doctoral fellowship applications that get a „definite award” recommendation by the staff members of the B.I.F. that male applicants (81%) tend to have more chance to be approved as fellows by the B.I.F. Board of Trustees than females (47%). Our bibliometric analysis investigating the predictive validity of the procedure (method: GLM) showed that the decisions of the Board of Trustees are highly valid.
Key words: peer-evaluation – quality-control
[1] Die Ergebnisse, die im vorliegenden Artikel vorgestellt werden, wurden vom Autor auf der Tagung „Organizations, Social Inequality, and Social Justice“ präsentiert, die von der Arbeitsgruppe Organisationssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Nachwuchsgruppe „Interdisciplinary Social Justice Research“ an der Humboldt Universität Berlin veranstaltet wurde.
Stand: 06.12.06